Wie gelingt ein Landkreis, in dem alle Menschen mitgedacht und mitgenommen werden? Und zwar unabhängig von Einschränkungen oder Barrieren. Dieser Frage stellt sich der Landkreis Würzburg seit Monaten mit einer umfangreichen Beteiligungsreihe zum Aktionsplan Inklusion. Nun steht mit der letzten Veranstaltung am Dienstag, 9. Dezember 2025, der Abschluss dieses intensiven Prozesses bevor – und zugleich ein neuer Anfang. Was mit ersten Gesprächen, Ideen und Impulsen begann, entwickelte sich schnell zu einem lebendigen Austausch: Engagierte Bürgerinnen und Bürger, Fachkräfte aus unterschiedlichen Bereichen sowie Menschen mit Behinderung brachten ihre Perspektiven ein, schilderten Erfahrungen, formulierten Bedarfe und entwickelten gemeinsam konkrete Vorschläge für mehr Teilhabe und Barrierefreiheit im Alltag.
Nach dem Schwerpunkt Arbeit und Beruf richtet sich der Blick beim finalen Termin auf ein ebenso grundlegendes wie zukunftsweisendes Thema: Bewusstseinsbildung und politische Teilhabe. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die Frage, wie Inklusion künftig stärker im gesellschaftlichen Denken verankert werden kann, sondern auch, wie Menschen mit Behinderung selbstverständlicher in politische und gesellschaftliche Entscheidungsprozesse eingebunden werden.
Die vorangegangene Veranstaltung machte deutlich, wie wichtig Kooperation, Offenheit und Verlässlichkeit auf dem Arbeitsmarkt sind. Rund 15 Teilnehmende diskutierten, wie Teilhabemöglichkeiten konkret verbessert werden können. Besonders spürbar war dabei der Wunsch nach klaren Zielsetzungen und einem verbindlichen Miteinander aller Beteiligten. „Die praxisnahen Vorschläge und Erfahrungen der Fachkräfte sind für uns von großem Wert. Sie verbinden Engagement mit konkreten Lösungsansätzen“, sagt die Inklusionsbeauftragte des Landkreises Würzburg, Fabienne Erk.
Ein Prozess, der Spuren hinterlässt
Mit dem Abschluss der Veranstaltungsreihe endet mehr als nur eine Abfolge von Terminen. In den vergangenen Monaten wurde sichtbar, wie viel Wissen, Kreativität und Bereitschaft zur Veränderung in der Region steckt. Zahlreiche Anregungen sind bereits in die laufende Ausarbeitung des Aktionsplans eingeflossen – ein Konzept, das im kommenden Jahr fertiggestellt und umgesetzt werden soll. „Inklusion entsteht dort, wo Menschen einander zuhören, ins Gespräch kommen und Verantwortung füreinander übernehmen“, so Fabienne Erk.
Dass das Handlungsfeld Bewusstseinsbildung den Schlusspunkt setzt, ist daher kein Zufall: Es geht um Sensibilität für Ausgrenzungsmechanismen und um ein dauerhaftes Bewusstsein für die Rechte von Menschen mit Behinderung. Mit dem letzten Termin endet eine Etappe und beginnt zugleich das, worum es von Anfang an ging: die Umsetzung von Ideen für den Landkreis Würzburg, in dem Teilhabe selbstverständlich wird.
Die Abschlussveranstaltung findet am Dienstag, 9. Dezember 2025, um 17 Uhr im Sitzungssaal II (Haus II) des Landratsamts Würzburg, Zeppelinstraße 15, statt. Eingeladen sind alle, die ihre Perspektiven, Ideen und Erfahrungen einbringen möchten.
Um Anmeldung wird gebeten bei Scarlett Vucic (E-Mail: s.vucic@lra-wue.bayern.de, Tel.: 0931 8003-5184). Inhaltliche Fragen beantwortet Fabienne Erk (E-Mail: f.erk@lra-wue.bayern.de, Tel.: 0931 8003-5186). Die Veranstaltungsräume sind rollstuhlgerecht erreichbar. Weiterer Unterstützungsbedarf kann bei der Anmeldung angegeben werden.