Mit rund 150 Gästen war das Röttinger Kanapee-Gespräch der CSU Würzburg-Land in der Burghalle wieder sehr gut besucht. Neben vielen Bürgerinnen und Bürgern kam auch eine ganze Reihe von Mandatsträgern aus der kommunalen Familie, wie Bezirkstagspräsident Stefan Funk in die Europastadt. Die Veranstaltung bot zu Beginn des neuen Jahres einen intensiven Austausch zu kommunalpolitischen Themen sowie zur Arbeit des Bürgerbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung, Wolfgang Fackler. Dieses Amt übt der 50-jährige Landtagsabgeordnete (CSU) aus dem Stimmkreis Donau-Ries seit November 2023 aus. Auf dem Podium diskutierten zudem Theilheims 1. Bürgermeisterin Karoline Ruf, Landrat Thomas Eberth und Landtagsabgeordneter Björn Jungbauer (CSU). Moderiert wurde der Abend von Christiane Blasczyk und Kreisrätin Marion Schmieg.
Im Mittelpunkt stand die Funktion des Bürgerbeauftragten, die Fackler anschaulich erklärte. Seine Aufgabe sei mit einem Bürgerbüro im Rathaus vergleichbar: „Alle Bürgerinnen und Bürger können sich an mich wenden“, so Fackler. Rund 1000 Anfragen pro Jahr erreichten seine Geschäftsstelle, häufig bei Problemen mit Behörden oder festgefahrenen Verwaltungsverfahren. Dabei verstehe er sich nicht als Gegenspieler der Verwaltung, sondern als Vermittler: „Ich sehe meine Arbeit als Brückenbauer.“
Stimmkreisabgeordneter Björn Jungbauer betonte die Bedeutung des Vertrauens in den Rechtsstaat. Vieles in der Demokratie baue darauf auf, dass Bürgerinnen und Bürger auf ein funktionierendes Rechtssystem vertrauen könnten. „Viele Menschen sind durch unser Recht geschützt – ausdrücklich auch Minderheiten“, unterstrich Jungbauer.
Aus kommunaler Perspektive schilderte Bürgermeisterin Karoline Ruf die Herausforderungen ihres Amts. Als Bürgermeisterin sei man sehr nahbar und oft erste Ansprechpartnerin für Sorgen und Kritik. Die Arbeit sei anspruchsvoll, gerade weil Entscheidungen häufig mehrere Ebenen beträfen. „Man will den Kolleginnen und Kollegen nichts Böses“, sagte Ruf, machte aber deutlich, dass es in einer Demokratie oft schwierig sei, Dinge schnell voranzubringen.
Landrat Thomas Eberth ergänzte, dass Politik immer wieder an Grenzen stoße – auch an sogenannte Frustrationsgrenzen. Verwaltung und Politik müssten gesetzliche Rahmenbedingungen einhalten, was nicht immer den Erwartungen der Bürger entspreche. Umso wichtiger sei es, Vertrauen zurückzugewinnen: „Wir als Staat müssen den Bürgern wieder Vertrauen geben.“
Wolfgang Fackler zeigte sich am Ende des Abends sichtlich angetan von der Atmosphäre und dem Engagement in Röttingen. „Es lohnt sich auf jeden Fall, hierher zu kommen“, sagte der Bürgerbeauftragte, lobte die sehr offene Diskussionskultur und die nette Gesprächsatmosphäre auf dem Kanapee. Das nächste Mal wird Fackler schon im Sommer das Taubertal besuchen, dann aber privat mit seinem Rennrad und mit seiner Frau für eine Abendvorstellung bei den Frankenfestspielen.
„Das Kanapee-Gespräch hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig der direkte Dialog zwischen Bürgerschaft und politischen Verantwortungsträgern ist“, so Kreisvorsitzender Konrad Schlier. Sein großer Dank ging daher stellvertretend an Dr. Katharina Gura vom CSU-Ortsverband Röttingen für die Ausrichtung der traditionellen Veranstaltung und an das diskussionsfreudige Publikum.
Großes Interesse am Röttinger Kanapee-Gespräch in der Burghalle
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