Der Kreistag des Landkreises Würzburg hat in seiner jüngsten Sitzung einer Realisierung einer zentralen Trocknungsanlage für entwässerten Klärschlamm am Müllheizkraftwerk (MHKW) Würzburg zugestimmt. Durch die Erweiterung der bestehenden Anlage soll eine Lücke im ökologischen Kreislauf der Abwasserentsorgung für die Kommunen in der Region Würzburg und angrenzende Regionen geschlossen werden. Städte, Gemeinden und Abwasserzweckverbände sollen in Zukunft die Möglichkeit haben, gepressten Klärschlamm auf kurzen Wegen einer Verwertung zuzuführen.
Die Pläne für eine solche Klärschlammtrocknungsanlage beschäftigen die Stadt Würzburg sowie die Landkreise Würzburg und Kitzingen als Mitglieder des Zweckverbands Abfallwirtschaft Raum Würzburg (ZVAWS), der das Müllheizkraftwerk gemeinsam mit den Stadtwerken Würzburg betreibt, seit mehreren Jahren. Neben dem Landkreis Würzburg beabsichtigt auch die Stadt Würzburg die Realisierung des Projekts. Der Kitzinger Kreistag will sich Mitte des Jahres 2024 damit befassen.
Phosphorrückgewinnung wird ab 2029 zur Pflicht
Hintergrund sind die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Verwertung von Klärschlamm aus kommunalen Kläranlagen. Bislang bringen Kommunen im Landkreis Würzburg ihren Klärschlamm als Düngemittel teilweise direkt auf landwirtschaftliche Flächen aus oder organisieren die Entwässerung und Verpressung sowie die anschließende Verwertung in Eigenregie. Die Ausbringung von Klärschlamm in der Landwirtschaft wird in Zukunft jedoch stark eingeschränkt, da auf diesem Weg zu viele Schadstoffe wie beispielsweise Arzneimittelreste im Boden landen.
Der im Klärschlamm enthaltene Phosphor muss zudem als wichtiger Rohstoff in der Industrie oder als Düngemittel in der Landwirtschaft rückgewonnen werden. Die Regelungen müssen in den größten Kläranlagen, wozu auch der städtische Entwässerungsbetrieb Würzburg zählt, ab dem Jahr 2029 umgesetzt werden. Die nächste Größenklasse folgt ab 2032. Dazu gehören unter anderem die Klärwerke des Abwasserzweckverbands Ochsenfurt in Winterhausen und der Stadt Kitzingen.
Die neue Klärschlammverordnung verabschiedete die Bundesregierung im Jahr 2017. Seitdem arbeiten die Stadt Würzburg sowie die Landkreise Würzburg und Kitzingen als Mitglieder des ZVAWS gemeinsam an einer Lösung. Diese sieht vor, dass alle Kommunen die Möglichkeit erhalten, den gepressten Klärschlamm mit der ungenutzten Abwärme des Müllheizkraftwerks trocknen zu lassen. Der getrocknete Klärschlamm könnte danach die bislang im Gemeinschaftskraftwerk (GKS) Schweinfurt verbrannte Kohle ersetzen. „Der Heizwert ist mit dem von Braunkohle vergleichbar“, ordnet ZVAWS-Geschäftsführer Alexander Kutscher ein. Laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts könnten aus der Asche entsprechend den gesetzlichen Vorgaben Phosphor rückgewonnen werden.
Neuer Zweckverband soll Entsorgungssicherheit gewährleisten
Für den Betrieb der Trocknungsanlage soll ein neuer Zweckverband gegründet werden, bei dem Kommunen und bereits bestehende Abwasserzweckverbände Mitglied werden können. Inwiefern sich die Inanspruchnahme des Angebots auf die Gebühren der angeschlossenen Haushalte auswirkt, sei aktuell noch nicht absehbar, so der Geschäftsleiter des ZVAWS Alexander Kutscher. Die Anlage soll aber so ausgelegt sein, dass Auslastung und Refinanzierung gewährleistet sind und dauerhaft eine Entsorgungssicherheit für die sich beteiligenden Kommunen und Abwasserzweckverbände in der Region Würzburg und angrenzenden Gebieten entsteht. Dass sich der gesamte Entsorgungskreislauf von der Kläranlage bis zur Verbrennung am Ende des Prozesses in kommunaler Hand befindet, soll die bereits bestehenden Strukturen stärken und die Wertschöpfung in der Region halten.
„Der Zweckverband Abfallwirtschaft leistet mit der neuen Klärschlammtrocknung seinen Beitrag zum Aufbau einer langfristig angelegten Infrastruktur zur sicheren, ökologisch hochwertigen und klimafreundlichen Klärschlammverwertung bei fairen Kosten und schafft Planungssicherheit für die kommunalen Klärbetriebe in unserer Region“, erklärt Landrat Thomas Eberth, Verbandsvorsitzender des ZVAWS und des Zweckverbands Abwasserbeseitigung Großraum Würzburg. „Damit schließen wir regional den ökologischen Kreis der Zivilisation, denn dort wo Müll oder Klärschlamm anfällt, wird er mit kurzen Wegen bestmöglich verwertet und genutzt“, so Eberth.
Das Bild zeigt: Am Müllheizkraftwerk (MHKW) Würzburg soll eine neue Anlage für Klärschlammtrocknung entstehen. Der Zweckverband Abfallwirtschaft Raum Würzburg als Betreiber des MHKW will damit den neuen Vorgaben zur Rückgewinnung von Phosphor nachkommen.
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